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Las Vegas und Nevada mit Teenagern

Schön, dass Du hier (wieder) gelandet bist: Dies ist der zweite Teil meines USA Kalifornien-Nevada Reiseblogs. Du suchst Inspiration und Tipps für deine eigene Kalifornien Reise und/oder für Las Vegas? Du bist als Familie mit Teenagern unterwegs? Hier findest du unsere persönlichen Erfahrungen mit unseren zwei Töchtern, die zum Reisezeitpunkt 16 und 20 Jahre alt waren. 

 

Den ersten Teil unserer Reise-Erfahrungen findest Du hier: "Von San Francisco bis L.A. entlang der California State Route"  (Tag 1-10)

 

 

11. Tag: Las Vegas

 

Themen-Hotel "New York New York" 

Für den ersten Wow-Moment fährt man am besten abends nach Las Vegas rein, wenn die Sonne untergegangen ist und die Lichter in der künstlichen Wüstenstadt angehen. Tagsüber sieht Las Vegas weniger glamourös aus, sondern  künstlich und nach viel Pappmaché ;-)

 

Uns war klar, dass wir uns schon allein wegen der Mädchen in ein Themenhotel am Strip einbuchen, auch wenn es vom Preis-Leistungsverhältnis deutlich bessere Hotels gibt. Aber Las Vegas ist für die Mädchen DAS Highlight unserer Reise schlechthin. Daher fiel unsere Wahl auf das New York New York. Das Hotel verfügt über mehr als  2000 Zimmer, 48 Etagen, ein großes Parkhaus (ca. 20 Dollar/Tag), eine Außenpoolanlage für Gäste und selbstverständlich über ein Casino. Es befindet sich am Anfang des Strips und ist durch den Big-Apple-Coaster (um die 25 Dollar) und die nachgebaute Freiheitsstatue nicht zu übersehen.

 

Wir haben zwei Soho-Zimmer mit Aussicht gebucht. Die Hotelpreise sind in Las Vegas auf dem ersten Blick gar nicht einmal so exorbitant. Aber aufgepasst: Die Resort-Gebühren (zwischen 30-50 Dollar pro Nacht/Zimmer je nach Hotel) kommen in Vegas auf die Zimmerpreise in der Regel on top und verteuern die Hotelraten entsprechend. Beim Buchen also unbedingt darauf achten, ob die Resort-Gebühren bereits eingerechnet sind oder nicht. 

 

Die Zimmer mit abschließbarer Verbindungstür liegen in der 33. Etage des Century Trakts. Das Hotel ist riesig und man verläuft oder verfährt sich schnell, z.B. wenn man den falschen Aufzug benutzt. Wir hatten im Vorfeld um zwei Zimmer auf derselben Etage gebeten. 

 

 

Die Fontänen-Show vor dem Bellagio  

Natürlich stürzen wir uns nach dem schnellen Check-in sofort ins Getümmel: Caesars Palace, Mirage, das Bellagio ... jedes Hotel ist ein Superlativ. Als erstes schauen wir uns die Fontänenshow vor dem Bellagio an. Die startet, je nach Uhrzeit, etwa alle 30 Minuten und ist immer gut besucht. Im Bellagio wurden viele Szenen des Films "Oceans Eleven" mit Pitt und Clooney gedreht.

 

Danach wandeln wir im Caesars Palace auf den Spuren des Kultfilms "Hangover". Was man auf dem ersten Blick nicht erfasst und völlig unterschätzt, sind die Entfernungen, die man auf dem Strip so zurücklegen muss. Allein ein Straßenseitenwechsel erfordert eine halbe Weltreise über Treppen, Gänge, Brücken und Rolltreppen. Als wir gegen 1 Uhr nachts im Bett liegen, tun mir die Füße weh.

 

Das Hotel ist leider sehr hellhörig. Wenn ich auf der Seite liege, höre und spüre ich die Aufzüge. Auch merke ich nun immer deutlicher, wie sehr mich unsere Reise körperlich fordert.  

 

12. Tag: Las Vegas Sign, Little White Chapel, Back to the 80s Cafe

 

 

 Las Vegas Sign und Little White Chapel

Frühstücken in Las Vegas ist anstrengend. Man findet zwar in unserem Hotel an jeder Ecke etwas zu Essen, aber die Preise sind teilweise so unverschämt (ein Schokoladencroissant kostet z.B. 8 Euro) und die Schlangen vor den Tresen schrecklich lang. Freie Sitzplätze sind rar. Absolut ungemütlich. Ich bin froh, wenn dieser Part schnell erledigt ist. Es gibt einen schnellen Kaffee und etwas auf die Hand und dann fahren wir zum Fabulous Las Vegas Sign. Dort steht bereits eine lange Menschenschlange für das obligatorische Instagram-Motiv. Aber man kann auch seitlich aus einer etwas anderen Perspektive ohne Schlange fotografieren. Ich finde es grundsätzlich bekloppt, mich für ein Foto irgendwo anstellen zu müssen. 

 

Anschließend fahren wir zur berühmtesten Wedding Kapelle der Welt:  Little White Chapel in der schon zahlreiche Promis geheiratet haben, u.a. Michael Jordan, Frank Sinatra, Jennifer Lopez & Ben Affleck und Kim Kardashian. Britney Spears heiratete hier ihren Jugendfreund Jason und ließ die Ehe nach wenigen Stunden annullieren. An diesem Tag läuft gerade eine kleine Hochzeitsgesellschaft an uns vorbei.   

 

 

Back to the 80s Cafe & More 

Für danach habe ich eine besondere Location zum Essen recherchiert: Das Back to the 80s Cafe, das sich etwas außerhalb befindet. Ich bin ein Kind der 80er und liebe dieses Jahrzehnt, seine Musik und seine Filme. Daher gibt es für meine Familie kein Entkommen. Vor der Tür steht auch glatt das Ghostbusters Gefährt und wir werden filmreif von Martys Vater begrüßt:  "Hi! I am George McFly". Ich bin hin und weg und finde, das Kommen hat sich gelohnt. Im Nebenbereich des Cafés gibt es eine Bar, in der sich abends sicher gut feiern lässt. Absolute Empfehlung!

 

 

Fremont Street

Danach fahren wir mit dem Auto den Las Vegas Boulevard runter. Den kompletten Strip von fast sieben Kilometern entlangzulaufen, um sich alles aus nächster Nähe anzuschauen, ist einfach kaum zu schaffen. Wir parken in Nähe der Fremont Street.

 

Die Fremont Street Experience ist eine überdachte 450m lange Partymeile und auch noch einmal ein Ding für sich. Wer Lust hat, kann hier mit der Seilrutsche (SlotZilla Zip Line) wie Superman oder Superwoman über den Köpfen der Leute fliegen. Der Trubel am hellichten Tag erschlägt uns. Es ist laut und verrückt. Vergnügen und Feiern wird in Las Vegas wirklich zu jeder Tageszeit und an jeder Ecke großgeschrieben. 

 

Auf dem Strip

Abends geht es auf weitere Hotelerkundungstour. Das Venetian Resort Hotel ist von innnen eine eigene kleine Welt. Wir wandeln unter dem künstlichen italienischen blauen Himmel, am Canale Grande entlag und wissen manchmal gar nicht mehr, wo wir hinschauen sollen und in welche Geschäfte wir noch gehen sollen. Reizüberflutend.  

 

13. Tag: Death Valley und der letzte Abend auf dem Strip

 

Furnace Creek Stables

Heute ist der 4. April. Wir lassen für einen Tag die künstliche bunte Welt von Las Vegas hinter uns und machen uns ins Death Valley auf. Death Valley gilt als einer der heißesten Orte der Welt. Unsere Reisezeit ist für diese Stippvisite ideal. Im Sommer, wenn die Temperaturen schon einmal die 50 Grad Marke erreichen, sollte man mindestens 5-10 Liter Wasser pro Person dabei haben. Es kann immer mal zu einer Autopanne kommen und der Mobilfunkempfang lässt hier zu wünschen übrig. Aktuell herrschen in Las Vegas tagsüber angenehme Temperaturen von 25-26 Grad. Je weiter wir ins Death Valley vordringen, desto heißer wird es (etwa 6-8 Grad wärmer).

 

Meine Tochter möchte unbedingt zu Pferd durch das Death Valley und hat am Tag zuvor die Furnace Creek Stables im Death Valley Nationalpark kontaktiert und eine 2stündigen Horse Back Ride um ein Uhr mittags gebucht. Ein Traum! Wir haben abgemacht, dass wir sie zur Range bringen und später wieder abholen werden. Mein Mann, meine jüngste Tochter und ich wollen in dieser Zeit zum Zabriskie Point fahren.

 

Als wir Furncace Creek erreichen und die Autotür öffnen, schlägt uns der starke Wüstenwind die Tür fast wieder zu. Sand und Staub fliegen uns um die Ohren. Meine Tochter erhält die traurige Nachricht, dass der Ausritt wegen des Winds gecancelt werden musste. Nur hat man uns leider nicht informiert. Meine Tochter ist megaenttäuscht, was auch wir Nicht-Pferdenarren sehr gut nachvollziehen können. Aber es lässt sich leider nicht ändern.

 

Wir fahren zu den Mesquite Flat Sand Dune. In diesen Dünen wurde Star Trek gedreht. Dann halten wir am Zabriskie Point und noch einigen kleineren Punkten. Wegen des Windes halten wir es für keine gute Idee zum Dante`s View zu fahren. Der Aussichtspunkt liegt auf fast 1700 Meter. Der Sand weht uns so schon ums Auto. Unsere Mädchen haben sowieso genug von der kargen Landschaft ("Sieht doch alles gleich aus"), die enttäuschte Reiterin ist immer noch down. Außerdem ist es unser letzter ganzer Tag in den USA. Gegen Nachmittag fahren wir zurück nach Vegas. Mein Mann und ich sind froh, den Abstecher ins Death Valley gemacht zu haben. 

 

Die Kräfte schwinden

Abends laufen wir wieder den Strip entlang, schauen uns das bunte Bellagio Hotel diesmal auch von innen an und schlendern später durch künstlichen Pariser Straßen des Hotels Paris. Am letzten Abend möchten wir noch einmal schön Essen gehen und entscheiden uns für das Rosa Mexicano . Ohne Reservierung oder Wartezeiten läuft es in beliebten Restaurants schlecht. Wir lassen uns registrieren und bekommen ein Zeitfenster für unseren Tisch genannt. 

 

Als wir später wieder den endlos langen Boulevard entlanglaufen, merke ich, wie leer meine Akkus inzwischen sind. Ich habe das Gefühl, keinen einzigen Schritt mehr vor den nächsten setzen zu können und bleibe abrupt stehen: "Ich kann nicht mehr", sage ich. Noch nie habe ich diese Floskel ernster gemeint als in diesem Moment: Wir haben uns in den letzten zwei Wochen wenig bis gar keine Pausen gegönnt. Wir haben den Jetlag ignoriert, sind jeden Tag früh aufgestanden und sind bis abends auf den Beinen gewesen. Vor allem hier in Vegas habe ich extrem schlecht geschlafen, weil ich ständig durch das Vibrieren der hoch- und runterfahrenden Aufzüge wachgeworden bin. Mein Körper schreit nach Ruhe, Entspannung und Schlaf. Mein Kopf fordert Zeit, um die vielen Eindrücke sacken zu lassen.

 

Auf der einen Seite bin ich wehmütig, morgen nach Hause fliegen zu müssen, auf der anderen Seite bin ich total erschossen.

 

14. Tag: Abflug nach Hause

 

Ein letztes Amerikanisches Frühstück im Diner

Wir müssen aus dem Parkhaus des Hotels bis mittags ausfahren, um nicht nachzahlen zu müssen. Wir haben es weder geschafft, uns an den Hotel-Pool zu legen, noch die Achterbahn zu fahren. Auch haben wir nicht alle Hotels, die wir sehen wollten, angeschaut. Und richtig im Casino waren wir ebenfalls nicht. Eigentlich hatten mein Mann und ich uns vorgenommen, spaßeshalber 100 Dollar zu verbraten. "Muss man mal gemacht haben", meinte er. Aber dann fanden wir es befremdlich mitanzusehen, wie Leute anscheinend stundenlang stumpfsinnig allein vor irgendeinen Automaten sitzen und zocken können. Das war dann doch nicht unser Ding. Unsere Mädchen, da unter 21, durften nur durch die Casinos laufen und sich dort nicht länger aufhalten. Mein Mann und ich waren abends immer zu erledigt, um noch einmal allein loszuziehen. Also habe ich den Traum vom Hauptgewinn am Einarmigen Banditen aufgegeben ;-)

 

Vor unserem Abflug möchte ich unbedingt ohne Trubel und Anstehen frühstücken. Wir steuern ein American Diner an, das Denny`s, vor dem wir unser Auto in Blickweite parken können. "Ungesund und viel zu große Portionen", nörgelt meine Tochter über ihren riesigen Pancake-Stapel mit Blaubeeren. Ich genieße den Kaffee ohne Limit, die normalen Preise und die gemütlichen Sitzplätze. Das Frühstücksthema bzw. der unruhige Start in den Tag hat mich in Las Vegas am meisten genervt.

 

Und dann heißt es ab zum Flughafen, Mietwagen abgeben und zurück in den Flieger nach Amsterdam und weiter nach Hause. Wir werden die erste Woche mit unserem Jetlag kämpfen und versuchen, das Gesehene zu verarbeiten, zu sortieren und abzuspeichern. 

 

Mein Fazit: Ich hätte gern mehr Zeit für diese Reise gehabt, denn es gibt so vieles, was wir noch gern gesehen hätten. Der ein oder andere Entspannungstag zwischendurch wäre nicht verkehrt gewesen. Zwei Wochen sind kurz. Wir hatten Glück, dass keine unvorhergesehenen Dinge passiert sind. Einmal verlangte unsere Mietwagen nach Öl. Das haben wir geregelt bekommen. Alles andere lief wie geplant: die Route war gut gesteckt, das Verkehrsaufkommen war okay, die Hotels gut ausgesucht, niemand wurde krank, alle waren fit, es gab keine unangenehmen Überraschungen. Wir nehmen als Familie unfassbar viele Eindrücke und schöne Erinnerungen mit. Ich bin unendlich dankbar, diese zwei Wochen mit meinen Töchtern und meinem Mann erlebt zu haben. Es war definitiv eine besondere Reise, die uns allen für immer im Gedächtnis bleiben wird.