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Kalifornien mit Teenagern - von San Francisco nach Los Angeles

Du planst eine Reise nach Kalifornien und möchtest den Highway 1 entlang fahren? Du suchst Tipps, weil Du gerade in den Vorbereitungen steckst oder möchtest dich inspirieren lassen? Du hast ältere Kinder oder Teenager dabei und möchtest auch ihre Wünsche berücksichtigen? Wir sind im Frühjahr mit unseren Töchtern (16 + 20) von San Francisco nach Los Angeles und Las Vegas/Nevada gefahren. Um unsere Erinnerungen aufrecht zu erhalten, habe ich diesen Beitrag geschrieben. Vielleicht hilft er dir bei deiner eigenen Routenplanung, der Hotelsuche oder dient Dir einfach zur Inspiration. 

 

Die Reiseplanung

Wir sind an die Schulferien gebunden und planen daher unsere Reise in den Osterferien Ende März bis Anfang April. Die überlaufene Sommersaison möchten wir meiden. Zwei Wochen sind für Kalifornien sehr knapp bemessen, da heißt es, gut zu planen, um alle und alles unter einen Hut zu bekommen. Die Familienreise soll etwas Besonderes werden, bevor unsere älteste Tochter im Sommer das Nest verlassen wird, um in ein anderes Bundesland zu ziehen. 

 

Die Mädchen brennen auf die Golden Gate Bridge, auf Hollywood, Beverly Hills und auf die bunte Glitzerwelt von Vegas, weniger auf Landschaften. Es ist gut und wichtig, sich im Vorfeld zu besprechen, nach den Vorstellungen der Kinder zu fragen und mit ihnen den Reiseverlauf durchzuspielen. Das erspart später enttäuschte Gesichter ("Warum wollt ihr euch das nicht anschauen? Das ist eine absolute Sehenswürdigkeit?"), Nörgeleien ("Warum müssen wir so früh aufstehen?") und erhält den Spaß an der Reise. Ich will daher Las Vegas in die Route aufnehmen und auf Nationalparks weitesgehend verzichten. Wir stecken unsere Route von insgesamt 13 Übernachtungen wie folgt fest:

 

San Francisco (3 Ü) - Monterey (1 Ü) - Pismo Beach (1 Ü)- Santa Barbara (1 Ü) - Los Angelos (4 Ü) - Las Vegas (3 Ü)

 

Die Unterkünfte (jeweils 2 DZ) buchen wir über Booking, zum größten Teil mit stornierbarer Rate. Wir wollen uns die Möglichkeit offenhalten, in den USA kurzfristig von der Route abzuweichen, Aufenthalte zu verlängern oder zu verkürzen.

 

Hinflug: Flug mit der KLM von Amsterdam bis Paris. Von Paris bis San Francisco mit Air France

 

Rückflug: Nonstop mit KLM von Las Vegas nach Amsterdam  

 

Am Flughafen Amsterdam Schiphol reservieren wir einen Longterm Parkplatz. ESTA ist schnell erledigt. 

 

 

 

1. Stopp San Francisco

 

Tag 1: Anreise Amsterdam-Paris-San Francisco

 

Abflug: 6:50 Uhr. Aufbruch von Krefeld gegen Mitternacht. Die Anfahrt dauert etwa 2,5 Stunden. Wir haben entschieden, so überpünktlich zum Flughafen zu fahren, um einigermaßen wach im Auto zu sitzen. Daher hängen wir länger am Flughafen ab, aber ich habe sowieso immer Angst zu spät zu kommen ;-)

 

Den Flug nach Paris bekomme ich kaum mit. Ich schlafe ein, bevor der Flieger überhaupt seine Reisehöhe erreicht. Nach 80 Minuten Flugzeit erreichen wir Paris. Als wir im Abflug-Wartebereich zum Weiterflug sitzen, spricht uns ein Einreisebeamter an: Was ist der Grund für ihre Reise? Haben Sie Digitalgeräte dabei, die Sie aus der Hand gegeben haben? Wurden Sie von Fremden angesprochen?  Ich kapier erst gar nicht, was er von uns will, kenne das nur, dass man in den USA befragt wird. Aber nach ein paar Minuten klebt er die  Aufkleber in die Reisepässe und dann ist dieser Part schon in Frankreich erledigt.

 

Der Flug nach SF startet pünktlich. An echten Schlaf ist kaum zu denken, es ist eher ein Dösen/Einnicken zwischen Service, Essen und Board-Entertainment. Nach 11 Flugstunden landen wir mittags (Ortszeit) in San Francisco. Am Flughafen nehmen wir uns ein Taxi zu unserer ersten Unterkunft, dem Motel 32One, das in Nähe des Union Square und China Town liegt. Als wir aus dem Taxi-Fenster schauen, sehen wir einen Regenbogen und freuen und über den schönen Empfang. Das muss ein Zeichen sein!

 

 

Rückkehr nach Kalifornien 

Ende der 90er Jahre war ich in meinen 20ern zwei Wochen in San Francisco. Den Rest des Golden States habe ich damals kaum gesehen. An meinem einzigen schulfreien Wochenende (es war eine Sprachreise) bin ich nur bis Pismo Beach gekommen. Es war immer ein großer Wunsch nach Kalifornien zurückzukehren. Ich habe meinen Töchtern oft von S.F. vorgeschwärmt und sie mit Anekdoten versorgt. So haben sie bereits eine gewisse Erwartungshaltung an diese Stadt.  

 

Gereizte Stimmung durch Jetlag und Schlafmangel

Es ist 18 Uhr Ortszeit, nachdem wir eingecheckt und ausgepackt haben. Nach europäischer Zeit wäre es jetzt 2 Uhr nachts und wir reißen bereits unsere zweite nahezu schlaflose Nacht ab. Wir wollen so schnell wie möglich in den kalifornischen Rhythmus kommen, etwas Essen gehen und danach endlich ins Bett. Als wir ein paar Schritte Richtung China Town gelaufen sind, fängt es an zu regnen. Uns ist kalt. Wir sind müde. Wir haben Hunger und Durst. Wir finden kein passendes Restaurant. Die Stimmung kippt ...

 

„Du hast gesagt, in Kalifornien wäre es warm“, beschwert sich meine Jüngste (16) vorwurfsvoll. „Ich habe kaum warme Sachen eingepackt." In diesem Moment scheint sie meine Schwärmereien über San Francisco für maßlos übertrieben zu halten. Ich verspreche ihr, dass wir noch Sonne abbekommen werden. Man muss eben immer mit Regen und „Karl the Fog“ rechnen. Der Regen verstärkt sich und ich habe nur einen einzigen Schirm dabei. Wir sind uns uneinig, welchen Weg wir nun weiter einschlagen sollen. Nach ein paar Diskussionen verlassen wir China Town und machen uns in die andere Richtung auf und entdecken nach kurzer Zeit ein Diner auf der Mission Street: Mel's Drive In. Die Geschichte der legendären Diner-Kette startete 1947 mit dem Film „American Grafitti“, entsprechend kultig ist die Einrichtung. Nach Fries, einer Texas Chili Soup, Burger, überzuckertem Kakao, Coke und Bier geht unser erster Abend in Kalifornieren sehr amerikanisch zu Ende.

 

Der Jetlag wird uns noch die nächsten Nächte mit Wachphasen und tagsüber gereizten Nerven begleiten. Man sagt, dass der Körper etwa pro Stunde Zeitverschiebung einen Tag benötigt, um sich anzupassen. Theoretisch braucht man also gut eine Woche, bis sich der Biorhythmus angepassst hat. Die Zeit haben wir aber nicht, wenn wir unser Programm schaffen wollen.

 

2. Tag in San Francisco: Union Square, Market Street, Golden Gate Bridge, Alamo Square 

 

Market Street

Unser erster richtiger California-Day startet sonnig. Wir laufen vom Hotel Richtung Union Square und werfen einen ersten Blick auf  Cable Car und die Market Street, wo die historische Bahn unter stets großem Zuschauerandrang gewendet wird.

 

Flashback: A Special Cable Car Ride 

Ich schwelge in Erinnerungen, denn damals hatte ich wohl zu viel "Die Straßen von San Francisco" gesehen und gedacht, man macht das so in San Francsisco ... man würde auf das fahrende Cable Car aufhüpfen. Also bin ich damals am Union Square ganz elegant auf eine bereits abfahrene Bahn aufgesprungen. Der Ticketverkäufer starrte mich ungläubig an, während ich ihm meinen Dollar hinhielt und ihm erklärte, ich wolle zur Fisherman´s Wharf. "Die ist einfach so aufgesprungen", sagte der Ticketverkäufer zum Fahrer. Die Männer lachten mich aus, ich fühlte mich verschaukelt, hielt ihnen mit versteinerten Gesicht immer noch mein Geld hin. Was hatte ich falsch gemacht? In diesem Moment hielten wir an der Market Street (ich war zudem in die falsche Richtung gefahren), alle stiegen aus und der Fahrer sagte: "Girl, keep your money and sit down. This is a special ride for you. Enjoy!" Und so durfte ich mir einen besonders schönen Platz aussuchen und sitzenbleiben, während die Bahn unter großen Zuschauerandrang gewendet wurde. Auf der Fahrt rief der Fahrer immer wieder zu mir nach hinten, ob es mir gut gehe und ob ich die Fahrt genießen würde. Und das tat ich! An diese schöne Episode muss ich nun denken, als ich hier an der Drehscheibe so viele Jahre später stehe.   

 

 

Muni Pass für die Öfis und zu Fuß über die Golden Gate Bridge

Wir haben in keiner Unterkunft Frühstück gebucht (wird meist auch nicht angeboten) und hoffen, dass wir morgens unkompliziert etwas finden, um nicht nüchtern in den Tag zu starten. Nachdem wir den Schock über die generell hohen Lebensmittelpreise verarbeitet haben, versorgen wir uns im Supermarkt und diskutieren wir über eine Hop- on Hop-Off Tour. Der Big Bus geht vom Union Square ab. Ich liebe es, mich in einer Stadt erst einmal rumkutschieren zu lassen, mir die Points of Interest vom Bus aus anzuschauen und dann zu entscheiden, was ich noch näher sehen will und was nicht. Außerdem hilft es sich in der Stadt etwas besser zu orientieren. Aber auch hier hauen uns die Preise gründlich aus den Schuhen - über 60 Dollar pro Person. Mein Mann will keine Hop-on Hop-off Tour, für diesen Preis schon einmal gar nicht. Wir diskutieren, wägen ab. Die Mädchen sind genervt über unsere Uneinigkeit. Schließlich beschließen wir, erst einmal mit einem öffentlichen Bus zur Golden Gate Bridge zu fahren.

 

Damit wir uns die nächsten Tage die Stadt anschauen können, lade mir die Muni-App für die Öfis runter und kaufe online 3-Day Muni + Cable Car Pass für uns.  Es gibt Tageskarten, 3-Tage und 7-Tage Pässe mit und ohne Cable Car. Cable Car wollen wir selbstverständlich auch fahren!

 

Von der Haltestelle gegenüber des San Francisco Chronicle an der Mission Street fahren die Golden Gate Transit Busse Richtung Brücke ab, für den die Muni Pässe nicht gelten (etwa 3 Dollar pro Ticket). Die Fahrt dauert nur gute 20 Minuten. Die 2.737 Meter lange Brücke kann man komplett zu Fuß überqueren. Der Wind pfeift ordentlich, aber es lohnt sich. Von hier haben wir einen tollen Blick auf Alcatraz und beobachten ein paar umherschwimmende Seelöwen. Nachdem wir uns die Brücke auch von der anderen Seite aus angeschaut haben, geht es zu Fuss wieder zurück.      

 

 

Hippiezentrum Haight-Ashbury

Danach geht es mit dem Bus Richtung Haight-Ashbury. Das hübsche ehemalige Hippie-Zentrum liegt in Nachbarschaft zum Golden Gate Park. Wir bummeln durch die süßen bunten Vintage-Läden und bewundern die hübschen kleinen Geschäfte und Restaurants und stärken uns in einem Schnellrestaurant mit einer super leckeren  Pizza. 

 

 

Paintes Ladies am Alamo Square

Weiter geht es zum Alamo Square Park, von dessen Hügel man den unverwechselbare Blick auf die viktorianischen Häuser, den "Painted Ladies" hat. Ein Blick den die Leute meines Jahrgangs mit "Full House" verbinden. Und auch hier habe ich ein Flashback: Damals bin ich mit einer Map auf der Suche nach dem berühmten Hügel erst durch den kompletten Golden Gate Park geirrt und hatte mich dann hoffnungslos verlaufen. Als ich kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen konnte und dem Heulen nahe war, wollte ich meine Suche aufgeben und mich einfach nur noch in einen Bus setzen und zurück in die Stadt fahren. Genau in diesem Moment bog ich um die Ecke und sah den Hügel vor mir liegen. Die Sonne ging langsam unter, während ich glücksbeseelt im Gras saß, auf die viktorianische Häuserreihe schaute und vor Glück und Erleichterung ein paar Tränchen verdrückte.

 

3. Tag in San Francisco: Von Fisherman`s Wharf und Pier 39 nach Alcatraz und Telegraph Hill  

 

Alcatraz

Heute geht es zu Fisherman´s Warf, denn die Besichtigung von Alcatraz, dem berühmtberüchtigten Hochsicherheitsgefängnis, steht an. Al Capone und  "Machine Gun" Kelly verbrachten viel Zeit auf der Insel. Leider konnten wir keine Nachttickets ergattern (schade, wäre so stimmig gewesen) und fahren tagsüber auf die Gefängnisinsel - Preis:  45,25 Dollar pro Person. Für meine Töchter ist das Gefängnis ein Highlight ("Das gibt mir Prison Break Vibes"). Die Führung erfolgt über Kopfhörer.  Zu Hause werde ich mir beizeiten unbedingt  "Flucht von Alcatraz" anschauen, der auf den geglückten und wahren Gefängnisausbruch von Frank Morris und den beiden Anglin Brüdern beruht.   

 

 

Coit Tower: Blick auf Lombard Street und Co. 

Danach essen wir am Fishersman´s Warf und laufen anschließend nach Telegraph Hill, um vom 64 Meter hohen Coit Tower (wurde zu Ehren der Feuerwehrleute gebaut) hinunterzuschauen. Mein Mann ist der Meinung, dass es zu Fuß "nicht weit" ist, vergisst aber dabei völlig die anspruchsvollen Steigungen und die vielen vielen Treppen, die nach oben führen. Ausgepowert erreichen wir schließlich den Coit Tower an, um dort erneut die Beinmuskeln herauszufordern und die letzten Treppen nach oben zu laufen. Insgesamt halten wir die Aussicht nicht für unbedingt spektakulär, aber man erhält einen Gesamtblick auf San Francicso und sieht von oben den Verlauf der berühmten kurvenreichen Lombard Street

 

 

Von Fisherman`s Wharf stilsicher mit Cable Car zur Endstation

Den Abend lassen wir am Fisherman´s Wharf ausklingen, essen (teure) Crepes, bummeln in den vielen kleinen Geschäften und beneiden die Seelöwen, die sich am Pier 39 faul in der Sonne räkeln. Da hier die Cable Car Endhaltestelle ist, nehmen wir die historische Bahn um bis zum Union Square zurück zu fahren. Wir stehen eine gute Weile an, der Tag neigt sich dem Ende zu. Es wird kühler und leerer. Dadurch ist unsere Bahn relativ leer. Meine Tochter genießt es, filmreif aus der Bahn hängend durch San Francisco zu fahren.  

4. Tag in San Francisco:  Mission District, Mission Dolores Park, Finance District, Golden Gate von der anderen Seite, Highway 1 Richtung Monterey

 

Coole Street-Art: Mission District

Heute heißt es von San Francisco Abschnitt nehmen. Koffer packen. Auschecken, Koffer im Hotel zwischenlagern und mit dem Bus ins Mission District. Der Stadtteil ist für seine Kunst- und Musikszene bekannt und wurde traditionell von Einwanderern bewohnt, wobei seit den 40er Jahren mexikanische Einwohner dominieren. Heute ist es ein beliebtes Wohngebiet. Wir sind beeindruckt von der Street-Art. Das Womens Building , sticht dabei besonders ins Auge. Das Center soll eine sichere und einladene Anlaufstelle für Frauen, Migrantinnen und LGBTQIA+- Personen sein.

 

 

Financial District

Später genießen wir die Sonne und verbringen etwas Zeit im grünen Mission Dolores Park, um dann dem Financial District einen Besuch abzustatten. In der Sansome Street lag damals meine Sprachschule und ich habe viel Zeit in dieser Umgebung verbracht. Hier lässt sich sicher gut arbeiten und die Mittagspause in den schön angelegten Plätzen und Grünflächen inmitten der Hochhäuser verbringen. Wir sind schwer beeindruckt vom riesigen und grünen Salesforce Park, der auf der 4. Etage des Saleforce Transit Centers angelegt wurde und frei zugänglich ist. Wir holen uns etwas zu Essen und saugen die Atmosphäre ein, bevor wir zur Mietwagenstation laufen, um unseren von zu Hause über den ADAC vorbestellten Wagen abzuholen. Im Parkhaus ist selbst mein Mann etwas von der Größe des Wagens überrascht: Platz ist auf jeden Fall mehr als genug im Chevrolet Tahoe, in dem sich bequem unsere vier großen Koffer im Kofferraum unterbringen lassen. Ich bin froh, das Riesenschiff nur im Notfall fahren zu müssen. 

 

 

Fotospot Golden Gate Bridge: Battery Spencer

Meine Tochter möchte die Golden Gate Bridge unbedingt vom Aussichtspunkt Battery Spencer fotografieren (ein Instagram Spot) und so machen wir dort auch noch einen Abstecher hin, parken und laufen nacheinander zum Aussichtspunkt, damit einer am Auto bleibt. Gerade an diesen Touristenpunkten muss man immer mit Autoaufbrüchen rechnen. Dann geht es auch schon zügig weiter. Schließlich haben wir eine etwa 3,5 stündige Fahrt nach Monterey vor uns.  

 

 

Monterey

Eigentlich hätten wir uns in Monterey gern noch Old Fisherman´s Wharf angeschaut. Aber nachdem wir Zimmer im Motel Lone Oak Lodge  bezogen haben, ist es bereits nach 20 Uhr. Die Bürgersteige sind fast schon überall hochgeklappt. Wir finden ein Restaurant und entscheiden uns dann, am nächsten Morgen nicht noch einmal nach Monterey reinzufahren, sondern weiter auf der Route zu bleiben und so früh wie möglich aufzubrechen. Leider ist der Highway 1, durch Erdrutsche und Sperrungen, nicht durchgängig von San Francisco nach Los Angeles an der Küste befahrbar (2026 inzwischen wieder vollständig befahrbar). Dennoch wird die Fahrt ein Erlebnis werden.

Über Monterey nach Carmel bis Pismo Beach

 

5. Tag: von Monterey nach Carmel bis Pismo Beach Pacific Coast Highway 1

 

Pacific Grove

Um 9:40 Uhr morgens geht es auch schon weiter. Wir checken aus unserem Motel aus. Mit der Unterkunft waren wir sehr zufrieden. Empfehlenswert, zugehöriger Parkplatz direkt vor dem Zimmer, sauber und großzügig.  Es geht zum Pacific Grove, den Asilomar Dunes und den 17-Mile Drive.  Zwischendurch halten wir immer mal wieder an, schauen auf den Pazifik, beobachten die vielen Erdhörnchen, die zutraulich auf uns zugelaufen kommen und atmen die frische Meerluft ein. Nun, wo ich diesen Blog schreibe, frage ich mich, ob und was wir gegessen haben. Ich kann mich nicht erinnern, aber wahrscheinlich gab es schnellen Kaffee im Motel und ein paar Supermarktvorräte. 

 

 

Pebble Beach: 17-Mile Drive

Die Einfahrt in die Panoramastrasse Pebble Beach (17-Mile Drive) ist kostenpflichtig. Das Ticket (pro Auto) kostet etwa 12 Dollar. Wir zahlen an der kleinen Hütte am Eingang und erhalten eine Karte auf der alle Points of Interest markiert sind. Wir fahren u.a. am Bird Rock vorbei und sehen die Lone Cypress die auf einem Felsen am Meer wächst. Unsere Töchter bleiben im Auto, ihnen reicht der Blick aus dem Auto. Da hilft kein Meckern, sondern nur ein Mantra: "Nicht aufregen. Es ist das Alter". Für meinen Mann und mich ist es ein toller Vormittag mit viel Futter für die Augen. 

 

Gegen mittag erreichen wir Carmel by the Sea. Auf direktem Wege von Monterey nach Carmel ist es eigentlich nur ein Katzensprung, aber für den 17-Mile Drive sollte man mindestens 2 Stunden einplanen. 

 

 

Carmel by the Sea

Carmel ist ein süßes kleines Städtchen mit besonders schönen künstlerisch erbauten Häusern. Clint Eastwood war in den 80er Jahren Bürgermeister von Carmel. Doris Day lebte hier zurückgezogen bis zu ihrem Lebensende. Sie war Mitbesitzerin eines tierfreundlichen Hotels, dem Cypress INN. Brad Pitt soll ein Haus in Carmel besitzen. Die Promis mögen es hier und auch wir finden es urig und schön. Kein schlechter Ort um sich zur Ruhe zu setzen. Wir ziehen durch die Straßen und sitzen dann im sonnigen Hinterhof einer Bakery und füllen unsere Energiespeicher.  

 

Leider ist Ende März noch kein Badewetter, denn der Strand von Carmel sieht sehr einladend und gepflegt aus. Aber wir befinden uns ja sowieso nur auf der Durchreise.

 

Bixby Bridge

Am frühen Nachmittag überqueren wir die Bixby Bridge. Die 1932 erbaute Bogenbrücke aus Stahlbeton liegt 79 Meter über dem Canyon. Ein Erlebnis! Wir finden einen Platz zum Parken, von der wir die Brücke gut anschauen und fotografieren können.  

 

Pismo Beach

Insgesamt sind es etwa 250km von Carmel bis Pismo Beach. Am frühen Abend erreichen wir unser Motel Edgewater Inn and Suites. Pismo ist ein lebhafter Ort mit Bars und Ausgehmöglichkeiten, in denen sich vorwiegend amerikanische Jugend und Familien aufhalten. Wir verbringen einen lustigen Abend im Cool Cat Café, einem typisch-amerikanischen Diner. Die Portionen sind riesig, die Augen waren größer als der Magen. Absolute Völlerei. Unsere Zimmer im Edgewater Inn sind so lala, aber dafür gibt es morgens an der Rezeption nicht nur kostenfreien Kaffee und Wasser (Standard in den USA), sondern auch ein paar Kleinigkeiten (Croissants/Muffins) zu essen.  

 

Santa Barbara 

 

6. Tag: Von Pismo Beach nach Santa Barbara

 

First Motel 6 in Santa Barbara

Von Pismo bis Santa Barbara sind es rund 130 Kilometer, als etwa 1,5 Fahrtstunden. Wir unternehmen am Morgen noch einen kurzen Strandspaziergang in Pismo und machen uns gegen mittag nach Santa Barbara auf. Wir haben uns im Motel 6 eingebucht, das 1962 hier als erstes Motel 6 eröffnet wurde. Ich liebe die Retro-Einrichtung sofort. Zufällig erhalten wir Zimmer 211 - meine Glückzahl.

 

Santa Barbara ist eine belebte Studentenstadt mit einer schönen Innenstadt, vielen Bars, Restaurants und Cafés und einer tollen langen Strandpromenade (Cabrillo Boulevard). Wir suchen uns ein gutes mexikanisches Restaurant und bummeln anschließend durch die Innenstadt, gehen in die Geschäfte und lassen uns treiben. Heute soll es entspannt zugehen.  

Nächste Station: Los Angeles

 

7. Tag: Von Santa Barbara nach Los Angeles

 

 

Megacity L.A.

Am nächsten Morgen geht es endlich nach Los Angeles. Wir sind schon alle wahnsinnig gespannt, besonders unsere Töchter brennen auf die Stadt der Engel. Auch freuen wir uns, endlich einmal die Koffer richtig auszupacken, da wir 4 Nächte bleiben werden. Ursprünglich hatten wir nur 3 Nächte in L.A. geplant und dafür 2 Nächte in Santa Barbara, um dort zwischendurch etwas zu entspannen. Aber nachdem wir uns näher mit L.A. beschäftigt hatten, disponierten wir noch zu Hause um. Die Stadt ist einfach zu riesig und die Entfernungen sowie der Verkehr nicht zu unterschätzen. 

 

Von Santa Barbara bis L.A. sind es etwa 95 km. Wir fahren an Malibu vorbei, entscheiden uns aber, dort nicht zu halten. Es macht immer ein etwas blödes Gefühl den Wagen mit den Koffern und Taschen irgendwo für längere Zeit stehen zu lassen. Leider werden wir es auch in den nächsten Tagen nicht schaffen, nochmal nach Malibu zu fahren. Dafür reicht die Zeit einfach nicht. 

 

Intensive L.A. Hotelsuche 

Über unsere Unterkunft in L.A. haben wir uns im Vorfeld am meisten den Kopf zerbrochen. Von welcher Base kommen wir in der Millionenstadt im dichten Stadtverkehr am besten von Punkt zu Punkt, ohne zu viel Zeit mit langen Autofahrten zu verlieren? Zudem gibt auch viele nicht so sichere Gegenden, in denen wir nicht versehendlich landen wollten. Die Stadt weist eine hohe Kriminalitäts- und leider auch hohe Obdachlosenquote auf - nicht zuletzt wegen der generell exorbitanten Lebenshaltungskosten.

 

Also hieß es recherchieren, von wo wir am besten jeden Tag starten können, ohne zu lange Strecken zurücklegen zu müssen. Wir wollen uns dennoch sicher fühlen und keine Angst haben müssen, dass uns der Wagen aufgebrochen wird. Wir liebäugelten schnell mit der Gegend rund um West Hollywood und Beverly Hills. Unser gebuchtes Hotel (Park Plaza Lodge) 800 Meter von "The Grove" -  einem großen Einkaufszentrum - entfernt, befindet sich in Nähe zu Beverly Hills, der Melrose und dem Pan Pacific Park. Unsere Zimmer liegen im Erdgeschoss, was ich eigentlich nicht leiden kann. Aber die kleinen Terrassen sind mit Stacheldrahtzäunen gesichert. Einen überdachten und kostenfreien Parkplatz für unseren Mietwagen gibt es auch. Dort werden wir die ein oder andere Nacht auch auf den ein oder anderen Obdachlosen treffen, der sich hier ein windgeschütztes Eckchen gesucht hat und vom Hotel geduldet wird. Wir fühlen uns aber zu keiner Zeit unwohl. Mit einer Zimmerrate von gut 200Euro/Nacht ist es das teuerstes Hotel unserer Reise. Park Plaza Lodge verfügt über einen kleinen Pool und ein Café, in dem man gut frühstücken kann. Weitere Cafés und Verpflegungsmöglichkeiten befinden sich zusätzlich direkt nebenan. 

 

 

Hollywood Sign und Griffith Observatory 

Es ist bereits Nachmittag als wir uns zum Lake Hollywood Park aufmachen, um von dort den berühmten ersten Blick auf das Hollywood Sign zu werfen. Danach fahren wir zum Griffith-Observatorium hinauf, L.A.s Sternwarte. An der Straße sind genügend Parkbuchten und wir haben Glück, dass die Parkautomaten alle kaputt sind und wir umsonst parken können. Ein Rundgang im Inneren muss sein. Als sich der Tag dem Ende neigt und die Sonne unter geht, liegt die Stadt der Engel in voller Pracht vor uns. Was für eine Aussicht von hier oben!

 

8. Tag: Universal Studios

 

Universal Studios im Regen

Heute wird es wettertechnisch der schlechteste Tag in unserem Urlaub werden. Wir hatten im Vorfeld überlegt, ob wir einen Tag ins Disneyland oder einen Tag in die Universal Studios fahren. Die Universal Studios gewinnen die Wahl. Trotz des miesen Wetters fahren wir zeitig los, um zur Parköffnung um 9 Uhr da zu sein. Ein schnelles Frühstück im Hotel-Café und dann geht es los.

 

Studio Tour - Vom Weißen Hai bis Back to the Future 

Die Tickets kosten aktuell etwa 109 Dollar - kein Schnapper. Unbedingt online kaufen, denn der Preisunterschied fällt extrem groß aus, sollte man an der Tageskasse kaufen. Meine älteste Tochter ist von The Wizarding World of Harry Potter™ im ersten Moment total fasziniert. Selbst für jemanden, der die Studios in London kennt, ist  Hogsmeade nett. Es gibt Ollivanders, einen Flug mit dem Hippogreif (kleine Achterbahn) und kleine Läden. Mein Mann lässt sich zur  Forbidden Journey überreden - schließlich ist es "nur" eine Achterbahn-Simulation (er steht nicht so auf Thrill-Fahrgeschäfte). Die vorgegaukelte Fahrt ist schon gut gemacht, aber ich habe dennoch lieber "echtes" Achterbahnfeeling. Meinem Mann bekommt die Fahrt nur semi-gut, ihm ist danach übel. Zwischendurch gießt es immer mal wieder wie aus Eimern - ein eher ungemütlicher Tag und das Essen ist typisch amerikanisch-Freizeitpark-mäßig schlecht.

 

Am meisten gebrannt habe ich auf die Studio Tour und auf das "Zurück in die Zukunft" Set. Wir fahren außerdem durch die Nachbarschaft der "Desperate Housewives" und treffen den "Weißen Hai". Später geht es noch auf ein paar Fahrgeschäfte und Attraktionen. "The secret Life of Pets" ist sehr süß gemacht. Am Ende schauen wir uns noch eine Water World Stunt Show an. Die finden wir gut, sie passt zu unserem durchnässten Tag. Aber wir wollen uns nicht beschweren, zwischendurch ließ sich immer mal wieder die Sonne blicken.  

 

 

9. Tag: Beverly Hills, Hollywood Boulevard, The Grove

 

Beverly Hills - Rodeo Drive

Heute fahren wir zum Rodeo Drive,  der glamourösen Einkaufsmeile und seine Nebenstrassen, fahren ein wenig durch die Gegend, natürlich auch am berühmten Beverly Hills Hotel und am Beverly Hills Sign vorbei. Wenn uns danach ist, halten wir an und laufen ein paar Meter.  

 

 

 Walk of Fame

Danach geht es zum Hollywood Boulevard. Wir parken direkt im Parkhaus des Chinese Theatres. Auf dem Vorhof haben zahlreiche Hollywoodgrößen ihre Fuß- und Handabdrücke hinterlassen. Wir machen uns auf die Suche nach unserem Lieblingsstars. Wir verbringen mehrere Stunden in der touristischen Gegend, laufen auf dem Walk of Fame und stöbern in den Geschäften.  

 

 

 The Grove 

Da wir praktisch um die Ecke des großen und beliebten Einkaufszentrums "The Grove" wohnen, parken wir unseren Wagen am Hotel und laufen zu Fuß. Obwohl sich hier gut Shoppen lässt, sind wir alle etwas erschlagen und k.o. Insgesamt nehmen wir wenig Materielles dafür aber umsomehr Eindrücke und Erinnerungen mit. 

 

 

10. Tag: Venice - Santa Monica Pier 

 

Skating, Dancing, Pumpen

Wir sind früh auf den Beinen. Bereits um 10 Uhr stellen wir unseren Mietwagen auf dem Parkplatz Marina del Rey ab. Das Wetter könnte nicht besser sein. Bei strahlend blauem Himmel laufen wir am Muscle Beach vorbei, an dem schon Arnold Schwarzenegger seinen Bizeps trainiert hat. Wir sitzen im Beach Cafè, schlendern über die Promenade, schauen den Skateboardern bei ihren Tricks in der Bowl zu, und den auf Rollschuhen- und Inlineskates- Tanzenden am Dance Skate Plaza. Wer möchte, kann sich Rollschuhe in einem der Beach Läden kaufen, um selbst eine Runde zu drehen. 

 

Venice-Kunst und Santa Monica Pier

Meine Tochter ist ein großer Lana Del Rey Fan und möchte ein Foto des Wandgemäldes, das der Künstler Jonas Never an die Fassade eines Hotels gemalt hat. Bei der Suche stoßen wir auch auf andere Kunstwerke, die den typischen Venice Vibe ausmachen. Wir laufen bis zum Santa Monica Pier und auf dem Rückweg an den Kanälen (Venice Canals) vorbei. Zurück in Marina Del Rey (ob Lana del Rey sich hier zu ihren Künstlernamen inspirieren ließ?) kosten wir die Nachmittagsonne ausgedehnt in einem netten Straßencafé aus. Herrlich!! Es ist einer dieser Momente, in denen man glückselig im Hier und Jetzt verweilt und am liebsten die Stopptaste drücken würde - #happiness

 

 

BH90210 - Kellys und Donnas Strandhaus am Hermosa Beach

Meine jüngere Tochter und ich sind BH90210 Fans und haben die ersten Staffeln rund um Brenda, Brendon, Dillon,  und Co. nicht nur einmal gesuchtet. Ich will daher unbedingt heute noch das Strandhaus sehen, in dem Kelly und Donna zu College-Zeiten, in der ersten Zeit noch gemeinsam mit David, wohnten. Ich navigiere falsch und wir landen am Manhatten Beach, was aber nicht schlimm ist, denn die Gegend ist so so schön und gerade zur Golden Hour einen Abstecher wert. Hier lässt sich bestimmt gut leben! Die schönsten Plätze entdeckt man meistens zufällig und unerwartet durch genau solche Patzer. Meine Tochter genießt die untergehende Sonne und setzt sich auf eine Bank, um den Moment auf sich wirken zu lassen.

 

Das Strandhaus aus BH90210 befindet sich am Hermosa Beach. Das Haus sieht immer noch genauso aus wie in der Serie. Es ist beleuchtet, da bewohnt. Ich habe es auf Airbnb gesehen. Man kann es tatsächlich als Tourist wochenweise mieten. Wie cool ist das denn?!

 

An diesem Abend sehen wir zudem komische Lichter am Himmel. In der Zeitung werden wir später lesen, dass es sich um eine Weltraumrakete gehandelt hat.

 

Und dann geht dieser, für mich absolut perfekte, Tag in Los Angeles zu Ende.  

 

11. Tag: Von L.A. nach Las Vegas

 

Abschied aus L.A.

Heute heißt es erneut Koffer packen. Nächster Halt: Las Vegas. Vorher wollen wir in L.A. ohne Zeitdruck frühstücken. Meine Tochter sucht am Morgen drei Cafés in der Nähe zur Auswahl für uns heraus. Mir gefällt das Paper or Plastik Café am besten und so ist das gesetzt. Wir sitzen gemütlich draußen und stärken uns für den neuen Tag. Danach fahren wir noch ein bisschen durch Beverly Hills und BelAir. Wer genauer wissen will, welcher Promi wo wohnt, kann eine Tour mit offenem Bus buchen, die mit Insiderwissen wirbt. Ich hätte das tatsächlich ganz gern gemacht, aber auch hier fehlte wieder die Zeit. Wir machen uns Richtung Vegas auf. In Barstow halten wir an einem großen Outlet zur Pause und um 19.45 Uhr erreichen wir unsere letzte Station dieser Reise: die bunte und funkelnde Lichterwelt von Las Vegas. 

 

Hier geht es weiter mit der Reise: Von L.A. nach Las Vegas und ins Death Valley