Bridget Jones is back

In dem Jahr als „Bridget Jones-Schokolade zum Frühstück" ins Kino kam wurde ich dreißig, war Single und konnte mich voll und ganz mit der der tollpatschigen, immer das Falsche sagende, mit ihrem Gewicht kämpfenden und nach dem Traummann suchenden Bridget identifizieren. Im zweiten Teil „Am Rande des Wahnsinns", drei Jahre später, waren Bridget und ich in einer festen Beziehung angekommen. Endlich! Sie hatte ihren Mark Darcy, ich meinen.

Nun, dreizehn Jahre später, sind Bridget und ich älter geworden. Ich bin 44 und sie feiert ihren 43sten Geburtstag. Allerdings sind unsere Lebenswege inzwischen unterschiedlich verlaufen. Während ich meinen Mister Darcy geheiratet und zwei Kinder mit ihm bekommen habe, hat Bridget eine lange Durststrecke hinter sich und lebt nun ihr mehr oder weniger glückliches Singleleben. Beruflich hat sie es inzwischen zur Produzentin einer Nachrichtensendung geschafft und hält endlich ihr Wunschgewicht. Doch wie es bei Bridget nun einmal ist, passieren die Dinge in ihrem Leben nie geplant und immer Schlag auf Schlag: Auf einem Musikfestival trifft sie erst auf den smarten und stinkreichen Jack und verbringt sturzbetrunken die Nacht mit ihm. Und dann, nur ein paar Tage später, landet sie mit Ex-Freund Mark Darcy ebenfalls im Bett. Dumm nur, dass die veganen Delfin-Kondome ihr Verfallsdatum schon längst überschritten hatten. Bridget ist schwanger. Sie ist nun eine betagte Schwangere, wie es ihre Ärztin ausdrückt. Nur, von wem ist das Kind ? Und die noch wichtigere Frage: Wen wünscht Bridget sich als Vater ihres Kindes? Mark, den vielbeschäftigten und trockenen Anwalt, dem man ab und zu den Stock aus dem Arsch nehmen möchte und der in der Vergangenheit nie genug Zeit für sie erübrigte? Oder den unverschämt gutaussehenden, reichen Jack, der alles dafür tut, um sie glücklich zu machen?

Ich habe diesem Film entsetzlich entgegengefiebert, nachdem ich das dritte Bridget Jones Buch „Verrückt nach ihm" seinerzeit nach wenigen Seiten enttäuscht in die Ecke gefeuert hatte. Die Geschichte der Witwe mit Kind, die sich mit jüngeren Männern vergnügt, gefiel mir damals überhaupt nicht. Mark Darcy tot? Mal ernsthaft, Helen Fielding, was hatten Sie sich dabei gedacht?

Umso entzückter war ich, dass es sich bei „Bridget Jones` Baby" um eine völlig andere Geschichte ohne toten Ehemann handelt. Natürlich war ich megagespannt, wie sich Renée Zellweger nach angeblichen Augenliftings und Co. als Bridget machen würde und ob sie der Figur Bridget mit ihrer diesmal merklich schlankeren Silhouette gerecht werden würde. Denn gerade das runde, pausbäckige Gesicht, die Gangart und die kleinen Speckpolster haben Bridget zu der liebenswerten Protagonistin gemacht, die wir so sehr lieben. Ich persönlich finde, dass man es Renée Zellweger nicht verübeln kann, dass sie sich für den Film nicht erneut etliche Kilos anzufuttern wollte. Sie ist immerhin 47 Jahre! Wir Frauen über 40 wissen alle, wie schwierig es ist, seine Kilos im Schacht zu halten. Wer würde freiwillig zehn Kilo zunehmen, nur um sie sich anschließend wieder mühsam runterkämpfen zu müssen?

Es waren die ersten Minuten, die mich mit Renée Zellweger noch fremdeln ließen, aber dann hatte sie mich als Bridget! Schon nach den ersten Szenen entstand Gute-Laune-Feeling und die ersten Lachtränen liefen. Bridget mag Körpergewicht verloren haben, aber ihre Selbstironie, ihren Witz und ihre tollpatschige und liebenswerte Art sind ihr geblieben. Fast alle Schauspieler der ersten Filme, wie z.B. ihre zwei Freundinnen, ihr schwuler Freund, die durchgeknallte Mutter, ihr Vater, ihr Chef und nicht zuletzt Mark Darcy (Collin Firth mit grauen Schläfen und immer noch mit Stock im Arsch) sind in Bridgets Jones` Baby  wieder mit von der Partie. Zusammen mit Bridget sorgen sie dafür, dass man meint, sie wären alle nur ganz kurz weggewesen und nicht dreizehn lange Jahre. Lediglich Hugh Grant als Daniel Cleaver fehlt. Er wurde als Nebenbuhler Jack ehrenhaft durch meinen Lieblings-Oberarzt McDreamy aka Dr. Derek Shepard (Patrick Dempsey) vertreten und im Film wenigstens ehrenhaft erwähnt. Ich fand es großartig, dass Bridget älter werden durfte und die Geschichte so wunderbar in unser Hier-und-Jetzt passt.

FAZIT: Unbedingt reingehen und mit guter Laune rauskommen!

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